Titaninstrumente und Hartmetallplatten! Wie können wir dafür sorgen, dass sich diese zwei Werkstoffe miteinander verbinden. Gemeinsam mit der Uni Essen haben wir es vor ca. zwei Jahren geschafft. Wir sind die ersten, denen es gelungen ist, in Titannadelhalter Hartmetallplatten mittels Vakuumlöten Hartmetallplatten der Fa. Krupp einzulöten, anstatt die Nadelhalter einfach nur mit Diamantstaub zu beschichten. Die Vorteile hierbei liegen klar auf der Hand. Die Langlebigkeit der Hartmetallplatten im Vergleich zur Diamantbeschichtung ist vervielfacht, so dass beim notwendigen Einsatz von Titaninstrumenten, vor allen in magnetischen Umfeldern, ein bedeutender Fortschritt erzielt werden konnte.
Hier noch ein kleiner Exkurs zum Thema „Warum Titaninstrumente”
Durch die neueren Operationstechniken, vor allem im Bereich der Mikro- und Neurochirugie ist es heute nahezu Standard unter einem Computertomographen zu operieren. Da dieser aber magnetische Eigenschaften hat, und der normalerweise in der Medizintechnik verwendete Stahl magnetisch ist, gab es oft Interferenzen auf den CT-Bildern. So wurde es notwendig einen neuen Werkstoff einzusetzen
hier hat sich Titan in der Medizinbranche als der geeignetste durchgesetzt. Nun hat leider Titan in der Verarbeitung ganz andere Eigenschaften als der herkömmlich eingesetzte rostfreie Stahl (vornehmlich DIN 1.4021) und stellte somit die Medizinproduktehersteller vor eine komplett neue Aufgabe. Inzwischen gibt es auf dem Markt eine Vielzahl von Standardinstrumentarium aus Titan, vornehmlich Klemmen und Pinzetten, aber auch Nadelhalter, allerdings ohne die bewährten Hartmetallplatten.
Durch intensive Forschung der Uni Essen wurde ein Verfahren entwickelt die Hartmetallplatten in die Nadelhalter zu bringen. Auf der MEDICA 2004 wurden Prototypen dem breiten Publikum vorgestellt. Die Resonanz war enorm, so dass sich die Fa. Chr. Diener GmbH & Co KG dazu entschlossen hat, dieses Thema weiter intensiv zu verfolgen und Anfang 2007 mit ca. 5-6 Modellen dieser Instrumente auf den Markt zu kommen. Zwischenzeitlich wurden diverse klinische Tests durchgeführt (Handhabung, Verhalten bei der Reinigung und Sterilisation, Benutzerfreundlichkeit etc.). Hierzu wurde befreundeten/bekannten Chirurgen entsprechende Nadelhalter zur Verfügung gestellt. Anfang 2006 wurden nun die offiziellen Testergebnisse der F. Chr. Diener Gmbh & Co KG mitgeteilt, so dass dieses Produkt noch in diesem Jahr die Marktreife erhalten wird.
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